Von Herzen sprechen …

Von Herzen sprechen …

Ich möchte euch heute einladen, einmal die Achtsamkeit auf eure Kommunikation zu lenken, vielleicht mögt ihr erforschen, „Wie bin ich mit meiner Kommunikation unterwegs?“
Oftmals merken wir nicht, dass wir weniger bei dem/der anderen sind, sondern wir neigen dazu, eher uns selbst zu sehen, vielleicht mit jemandem zu sprechen und nicht zu merken, was eigentlich los ist, und dann verläuft die Kommunikation vielleicht nicht so, wie wir uns das wünschen oder wie wir das wollten…..
Ich hatte in der letzten Woche ein Telefonat mit einer lieben Freundin, die leider weiter weg wohnt und wir sehen uns nicht oft persönlich, sondern telefonieren mehr.
Im Verlauf des Telefonats merkte ich, dass ich immer angestrengter wurde, ich fühlte mich angespannt, bekam so langsam Kopfschmerzen….., ich bekam garnicht mehr mit, was sie erzählte…, ich wurde immer genervter…
Es half mir dann, einfach mal innezuhalten, die Augen zu schließen, mich zu fragen „Was ist eigentlich gerade los?“…ich bemerkte, dass mein Kopf schmerzte, der Körper war angespannt, die Gedanken wurden zunehmend unfreundlicher („Sie hört mir garnicht zu, ich kann garnichts erzählen, etc. 🙂 Mir was das Telefonat gerade zuviel…ich sagte ihr, dass ich eine kurze Pause brauchen würde, und dass ich sie gleich wieder anrufen würde, wenn das für sie ok sei und noch passen würde. Wir verabredeten, dass ich in ein paar Minuten zurückrufen würde. Ich setzte mich hin, spürte nach….. Ich nahm wahr, dass ich zu schnell zu ihr gesagt hatte, dass ich gerne hören wollte, wie es ihr ginge…..ich hatte eigentlich selbst ein Anliegen, dass ich mit ihr besprechen wollte, was mir auf der Seele lag….als ich das bemerkte nahm ich Traurigkeit wahr, darüber, dass ich so einfach über mein Bedürfnis hinweggegangen war, weil ich mich vielleicht nicht getraut habe, weil ich freundlich sein wollte, etc….., das kannte ich von mir, eher weniger auf mich selbst zu hören….. da war es wieder, das vertraute Muster….ich spürte die Traurigkeit, sie durfte ein paar Minuten sein, dann merkte ich Mitgefühl für mich, davor, dass ich mich oft nicht traue, meine Bedürfnisse zu sehen und vor allem umzusetzen…., ich konnte mich verstehen, es war einfach so, ich war nicht schlecht oder so, es ist einfach ein Muster, was mich begleitet, aus Erfahrungen der Vergangenheit gespeist….
Ich merkte, dass ich meine Freundin herzlich gern hatte und dass sie mir gerne zuhört, wenn ich das deutlich mache 🙂 , ich nahm Dankbarkeit wahr, dass es sie gibt!
Ich rief wieder an, und merkte, dass meine Stimme ganz anders klang, offener, freundlicher….ich erzählte ihr, dass ich eben über mein Bedürfnis hinweggegangen war (es braucht immer wieder auch Mut, solche Dinge anzusprechen/auszusprechen), und dadurch garnicht zuhören konnte…sie meinte, dass sie das auch schon gemerkt habe….
Ich konnte für mich sorgen und sie fragen ob ich jetzt erstmal erzählen könne, da ich ein Anliegen hätte, sie war einverstanden und ich erzählte, ich bat sie um Feedback und so konnte ich etwas für mich klären…. Nun hatte ich Interesse, ihr zuzuhören und merkte an einer Stelle, an der sie nicht weiter wusste, dass sie vielleicht Unterstützung möchte, ich fragte sie: „Möchtest du meine Unterstützung für die Klärung?“
Sie freute sich und nahm das Angebot an….
Ich finde es immer wieder erstaunlich, we sich Kommunikation ändert, wenn wir unsere Bedürfnisse wahrnehmen. Achtsamkeit bedeutet auch, für sich zu sorgen, wahrzunehmen, was brauche ich jetzt, und dann auch dranzubleiben, sich nach und nach immer mehr zu trauen, die Bedürfnisse anzusprechen, ehrlich zu sich selbst und den anderen zu sein.
Gerade die Kommunikation kann ein gutes Übungsfeld für Achtsamkeit sein, zu schauen, „Bin ich gerade bereit zuzuhören, oder ist mir das gerade zu viel?“, traue ich mich, das auch ehrlich (und freundlich) zu sagen? Mir ist es gerade zuviel, dir zuzuhören, aber heute Abend passt es, dann bin ich für dich da…..
Da den Unterschied wahrzunehmen, wie fühlt es sich an, wenn ich ehrlich bin, wie fühlt es sich an, wenn ich über meine Grenzen gehe, wie fühlt sich dann meine Stimme an, welche Gedanken habe ich, welche Gefühle?
Welchen Unterschied macht es, wenn ich immer mal innehalte…..?
Zu merken, dass wir viele Konflikte mit anderen selbser produzieren, weil wir vielleicht ärgerlich sind, keine Lust auf das Gespräch haben, anderes zu tun haben etc., und das aber nicht merken, und dadurch auch nicht kommunizieren können. So wird das Konfliktpotenzial eher größer als kleiner…
Thich Nhat Hanh, ein vietnamesischer Mönch sagte einmal:
„Wir merken nicht, dass wir die meisten Konflikte in uns selbst produzieren, unsere Zunge kann ein scharfes Schwert sein“.
Vielleicht mögt ihr in dieser Woche einmal schauen, erforschen, wie klingt meine Stimme gerade: Freundlich, Ärgerlich, Angespannt, Müde, Unsicher, gepresst, offen, weit, eng…..
und vielleicht einmal darauf zu verzichten, euch zu verurteilen, wenn die Stimme gerade unfreundlich etc. klingt…..auch Unfreundlichkeit, Ärger etc. gehören einfach zum Leben, sie begleiten uns und wechseln sich ab mit Freundlichkeit, Offenheit, etc., alles gehört zum Leben dazu.
Vielleicht mögt ihr schauen, ob ihr ein Bedürfnis merkt, bei der Kommunikation mit anderen….und dann schauen, ob ihr euch traut es auszusprechen, oder vielleicht erstmal nur zu bemerken (das ist schon viel und anders als es nicht zu bemerken 🙂 ), und dann den Unterschied wahrnehmt…

Ich wünsche euch viel Entschlossenheit und Mut, für euch zu sorgen, achtsam zu sprechen und zuzuhören.

LG Christina

Christina Sprenger

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